Jun
17
2010
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Der Beginn...
Im Januar 1990 wurde der Kreisverband Eichsfeld der Partei Bündnis 90/Die Grünen gegründet. Das ist schon eine lange Zeit und doch ist dieser Zeitraum subjektiv gesehen schnell vergangen. Und gerade wir als Ostdeutsche können uns über mangelnde Abwechslung im tagespolitischen Geschehen gerade in diesen Jahren nicht beklagen. Begann es doch mit der Wende. Einem Ereignis, daß unsere Welt ziemlich auf den Kopf stellte. Dieses totalitäre Regime der DDR konnte sehr gut den Eindruck erwecken, daß es noch lange Bestand haben würde, sogar noch, als hinter der Fassade die sicher geglaubten Mauern schon bröckelten. Und so war der Befreiungsakt der Wende doch relativ überaschend, sowohl, was den Zeitpunkt als auch die gewaltfreie Ausführung betraf. Zu jenem Zeitpunkt war das politische Interesse in der Bevölkerung so groß wie noch nie. So kann es kaum verwundern, daß neue Initiativen und Parteien förmlich über Nacht aus dem Boden schossen, war doch die niederdrückende Hand des Regimes verschwunden. Eine jener Parteien, die damals entstanden, war die grüne Partei. Angesichts der verschleierten Umweltprobleme der DDR und der Aufdeckung nach der Wende war es Zeit für diese Partei, die sich im Besonderen mit den Umweltproblemen befasste.
Das Eichsfeld wird grün...
Im Eichsfeld keimte die Idee zur Gründung einer grünen Parteigruppierung seit dem Spätherbst 89 und wurde am 3. Februar 1990 umgesetzt. Resultierend aus der Dritte-Welt-Bewegung und Einzelengagierten fanden sich 19 Menschen zusammen, die die ersten Mitglieder des damaligen Regionalverbandes Obereichsfeld bildeten. Für die Grünen im Kreisverband stellte sich damals wie heute die Frage, wie wir uns in das tagespolitische Geschehen einbringen sollten und wie auch längerfristige Politik gemacht werden kann. Dabei galt es sich der Vorurteile zu erwehren, die die damalige Schwesterpartei in den alten Bundesländern begleiteten. Und noch Jahre später kam uns an den Infoständen dieses alte Lied:« Ihr seid langhaarig, stillt eure Kinder im Bundestag und wollt die Autos abschaffen.« zu Ohren. In das politische Geschehen konnten wir uns noch im ersten Kreistag einbringen, aber in den nachfolgenden Wahljahren scheiterten wir an der fünf-Prozent-Hürde. Und die Arbeit als außerparlamentarische Opposition verbraucht sehr viel Kraft und erfordert für politische Erfolge wesentlich mehr Aufwand, der sich dann aber auch nur in mittelbaren statt unmittelbaren Erfolgen daniederschlägt. So gab es Aktionen, wie zum Beispiel Auspackaktione n oder eine Bürgerbefragung, wo alle Mitglieder sehr intensiv eingebunden waren.Diese Aktionen kann man mit einem kleinen Mitgliederstamm auch nicht beliebig oft in kurzen Zeitabständen wiederholen. So verbleibt noch die politische Information der Bevölkerung. Da ist es aber immer sehr schade, wenn man neben dem Vortragenden die restliche n Besucher anhand unserer Mitgliedsliste abhaken kann.
Alles wird anders...
Mit der Bundestagswahl 1998 kam dann dazu, daß wir jetzt die Politik der Bundesregierung zwar noch kritisieren durften, aber nicht mehr so »schön« wie früher. Entscheidungen zu verurteilen ist immer leichter als sie mitzutragen oder zu verteidigen. Es ist gegenwärtig leider Mode geworden, Politik nicht nach Langfristigkeit zu beurteilen. Gerade in der langfristigen Politik sehen wir einen der Vorzüge der grünen Politik. Zum Beispiel: in kaum einer anderen Partei ist die Agenda 21 der Vereinten Nationen so selbstverständlich in die Politik eingebunden und muß nicht erst in Fremdwörterbüchern nachgeschlagen werden.
Gegenwart und Zukunft...
Alles ist wieder anders... Nach 2005 sitzen wir wieder in der Opposition und könnten wieder stricken, Kinderstillen und Zeitunglesen, so wie es uns manche Zeitgenossen immer wieder einreden wollen. Aber Grün hat Spuren hinterlassen. Spuren, die die Ewig-Gestrigen mit der "Rot-Grünes-Experiment"-Formulierung auf den Lippen gern ungeschehen machen wollen. Es hat sich was gedreht in Deutschland. Im Bereich der Alternativen Ernergien winken wir schon lange nicht mehr mit der Schlußlaterne, in der Windkraft sind wir Spitze und die Solarbranche boomt, wie lange nicht mehr. In jedem Supermarkt treffen wir Produkte mit dem Bio-Symbol. Ökologie ist ein Thema geworden. Gleichstellung, Integration, Ökologie und Tierschutz zum Beispiel sind aus den Fremdwörterbüchern wieder in den deutschen Sprachgebrauch gewandert. Und doch ist keine Zeit zum Ausruhen. Langsam wird an den grünen Errungenschaften gesägt und gefeilt, die alten Lobbyisten haben ihre Werkzeuge aus dem Keller geholt. Gentechnik, Atomstrom, Demontage der Sozialsystem werden schleichend wieder salonfähig gemacht. Da heißt es 'Augen auf' und die Mißstände publik machen, aber auch Konzepte zu entwickeln, die als Kontrast dazu dienen, den Menschen in unserem Land zu zeigen, daß es auch Andersdenkende gibt. Dabei gilt es auch Fehler zu analysien, die gemacht wurden und aus diesen zu lernen. Nicht jede Sache, die Grüne in Gang gebracht haben, war gut. Auch grüne Politik wird "nur" von Menschen gemacht, und auch die haben und machen Fehler. Und im Eichsfeld ? Wir Eichsfeldgrünen werden in der Kommunalpolitik mitmischen, sei es von innen oder von außen. Im Eichsfeld sind wir nahezu verpflichtet, grünes Licht ins Dunkle zu bringen, auch wenn es nur ein kleines Licht ist, wir sind keine "Funzel" die vor sich hin dämmert.
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